„Oft ist es der tiefste Schmerz, der Dir die Fähigkeit gibt in dein höchstes Selbst zu wachsen.“

 

Meine Geschichte

Nach einem schweren Autounfall war ich selbst, von heute auf morgen, pflegebedürftig. Starke Schmerzen, Operationen, Komplikationen, Pflegebett, Toilettenstuhl und Rollstuhl. Auf einmal lag ich auf „der anderen Seite des Bettes“ und erhielt einen völlig neuen Blickwinkel. So absurd wie es anfangs war, so lehrreich und wertvoll wurde diese Erfahrung für mich und hat mich für mein Leben geprägt – im positiven Sinne.

Ich stand noch unter starken Schmerzmitteln, als ich wieder das Laufen lernen musste. Es dauerte nicht lange und ich wurde zur Pflegenden Angehörigen eines nahestehenden Verwandten (damals noch Pflegestufe 3 Härtefälle – Krebs im Endstadium). Eigentlich hätte  ich selbst noch Zeit für meine Heilung gebraucht. Aber ich dachte überhaupt nicht an mich und meine Gesundheit, was im Nachhinein betrachtet trotzdem möglich gewesen wäre. Dann bekam ich die Rechnung, denn mein Körper dankte es mir, dass ich nicht auf mich geachtet hatte und ich nahm die verschiedensten Komplikationen mit. Daraus folgte ein jahrelanger Kampf gegen mich und meinen Körper, der nicht so wolle wie ich. Bis ich erkannt habe, nicht mehr dagegen anzukämpfen, sondern die Situation so zu akzeptieren, wie sie ist – und mit der Situation zu kämpfen. Das war definitiv kein leichter Schritt für mich und ich habe mich sehr lange dagegen gewehrt, war wütend, frustriert und verzweifelt. Wie soll man das auch schon akzeptieren? Unvorstellbar.

Aber irgendwann änderte sich mein Blickwinkel, nach dem gefühlt hundertsten Rückschlag. Ich begann den Fokus im Leben auf das Positive zu lenken und mich nicht mehr im Negativen zu suhlen. Ich wurde dankbar, ja sogar dankbarer für die kleinsten Kleinigkeiten und Erfolge. Ich eckte auf meinem Weg immer wieder an, aber ich wusste, dass ich mir selbst wichtiger bin. Ich habe mich durchgesetzt, für mich und mein Leben.

Ich habe erst Jahre später verstanden, welches Potenzial diese Herausforderungen in mir entfacht haben. Ja auch die wahnsinnig intensiven, lehrreichen Erfahrungen, die ich auch auf schmerzliche Art und Weise sammeln dürfe, haben mich über mich hinaus wachsen lassen, als ich es zugelassen habe und mich nicht mehr dagegen gewehrt habe.

Es kamen ein paar ruhigere Jahre, bis ich schwanger wurde. Der erste Frühabort, ich war tot traurig, am Boden zerstört, wütend, böse, frustriert. Es hat sehr lange gedauert das Ganze zu verarbeiten. Der Gedanke „es könnte ja auch mal was gut gehen“ hat mich immer wieder in seinen Bann gezogen.

Ich wurde wieder schwanger, die Angst war anfangs groß und wich irgendwann als alles gut war. Doch dann kam der Schock – ich musste stationär, weil meine Blutwerte nicht gut waren. Die Schwangerschaft wurde hinausgezögert, solange es ging, dann bekam ich mein Extremfrühchen per Kaiserschnitt in Vollnarkose. Von da an kämpfte ich für ihn.

Ein paar Jahre später wurde ich wieder schwanger, zack Fehlgeburt. Ich kam dieses Mal besser damit klar, war geordneter aber trotzdem auch etwas traurig, ist ja auch verständlich.

Und dann wurde es seltsam. Ich bekam Fieber, war ständig krank, völlig k. O und zu nichts mehr in der Lage. Ich hatte Schmerzen, Gelenkschwellungen, Hautveränderungen…Ich bekam nichts geregelt und schlief viel, meine Stimmung war sehr depressiv, ängstlich und traurig. Ich bekam sehr viele Untersuchungen, stand unter Lymphom Verdacht. Keiner wusste was mit mir los war. Es hat Monate gedauert. Irgendwann wurde es etwas besser und dann kam die befreiende Diagnose. Es ist der Wolf, der in mir wütet. Ein Systemischer Lupus Erythematodes und ein Anti-Phospholipid-Syndrom. Ich wurde medikamentös eingestellt und lebte wieder stabiler.

Ich wurde wieder schwanger und hatte auf einmal einen Krampfanfall, aber sonst verlief alles komplikationslos und ich brachte meine Tochter reif geboren zur Welt.

Ein paar Wochen später wurde mir in der Küche ganz ekelhaft schwindelig, übel und schlecht. Ich lief Richtung Sofa und schlug im Couchtisch ein. Niemand weiß wie lange ich weg war. Ein Krampfanfall. Vorher hatte ich einen bestätigten, jedoch noch ohne Therapie. Mittlerweile wusste ich, wie sich meine Aura vor dem Anfall anfühlt. Dieses beängstigende, erdrückende, ekelhafte Gefühl war keine Panikattacke sondern die Vorwarnung.. Als ich dann endlich die passenden Medikamente hatte, , war es mir erstmals möglich wieder so richtig durchzuatmen und zu leben. Mein Leben fühlte sich wieder unter Kontrolle an.

Das bin ich, Tatjana, die Phoenixschwester. Die, die mit dem Wolf tanzt. Die, die ihr Schicksal angenommen hat und das beste daraus gemacht hat. Die, die aus ihrem Schicksal ihre Berufung hat werden lassen. Die, die jetzt glücklicher ist, als jemals zuvor. Die, die jetzt dankbar ist, für all die Herausforderungen im Leben. 

Ich vertraue meinem Weg. Diesen gehe ihm im Einklang mit meinem Körper, denn jeder Teil von mir gehört zu mir. Und jeder Teil von mir hat es verdient, geliebt zu werden.

Das war ein Bruchteil meiner Geschichte. Ich kenne alle Seiten. Ich habe alle Seiten durchlebt.

Fachkraft. Pflegebedürftige. Pflegende Angehörige. Verzweifelte Angehörige. Mama. Patientin. Chronisch Erkrankte. Mein Leben, mein Weg. 

Wir sind zu so unendlich viel mehr in der Lage, wenn wir uns für neue Wege öffnen und alte Gedankenmuster ablegen.

Denn alles beginnt im Kopf – und der einzige Mensch auf den ich wirklich mit meinem Handeln Einfluss nehmen kann, bin ich selbst.

Liebe Grüße, deine Tatjana

 

Meine Expertise

 Gesundheits- und Krankenpflegerin

verantwortliche Pflegefachkraft gem. § 113 SGB XI

Pflegeberaterin gem. § 45 SGB XI

Sanitätshelferlehrgang

Studentin der Psychologie

Fortbildung Systemische Pflegeberatung nach Anja Palesch

Schule des Lebens – Meine Berufung

Mitglied bei Pflegende Angehörige e. V. | pflegende-angehoerige-ev.de

Angehörigenbeiratsmitglied bei pflege.de

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